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Ratgeber Belastungsasthma

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Belastungsasthma
Therapie von Belastungsasthma

Zur Therapie von Belastungsasthma werden sog. Dosieraerosole in der Regel mithilfe einer Inhalationshilfe verabreicht. Durch diese Inhalationshilfe kann gewährleistet werden, dass der Wirkstoff tatsächlich eingeatmet wird. Dosieraerosole können entweder zur akuten Therapie in kurz wirksamer Form oder in lang wirksamer Form angewendet werden. Sie können allerdings nur die Symptome lindern, nicht aber das Belastungsasthma selbst bekämpfen. Um den Entzündungsreaktionen in der Lunge entgegenzuwirken, ist eine Basistherapie, z. B. mit inhalativen Steroiden, sinnvoll. Des Weiteren sollten Betroffene ihre Lunge durch eine ausgeprägte Aufwärmphase auf die körperliche Belastung vorbereiten, um akute Asthmaanfälle zu vermeiden.

Therapie von Belastungsasthma

Zur Therapie von Belastungsasthma stehen im Wesentlichen dieselben Therapeutika zur Verfügung wie für das generelle Asthma bronchiale. Verabreicht werden die eingesetzten Medikamente im Falle eines Asthmaanfalls oder auch zur vorbeugenden Therapie von Belastungsasthma zumeist in Form von Dosieraerosolen. Um eine einfache und sichere Inhalation der Dosieraerosole zu gewährleisten, eine Pilzbildung in Rachenraum zu verhindern und auch einem Reizhusten vorzubeugen, werden diese in der Regel immer mit einer Inhalationshilfe angewendet. Dadurch erübrigt sich zudem die Koordination des Auslösens und des gleichzeitigen korrekten Einatmens. Insbesondere bei einer Anwendung bei Kindern lässt sich so sicherstellen, dass das Kind auch tatsächlich den Wirkstoff einatmet.

Die in den Dosieraerosolen enthaltenen Medikamente wirken in erster Linie einer Verengung der Atemwege, wie sie beim Asthmaanfall entsteht, entgegen. Es handelt sich dabei um sog. Beta-Sympathomimetika. Sie können in kurz wirksame und lang wirksame Formen unterteilt werden. Kurz wirksame Beta-Sympathomimetika wirken innerhalb von Minuten und werden daher bei einem akuten Asthmaanfall eingesetzt. Lang wirksame Beta-Sympathomimetika hingegen lindern die auftretenden Symptome von Belastungsasthma bis zu 12 Stunden lang. Beiden Formen ist gemeinsam, dass sie nur die Beschwerden bekämpfen – und nicht die Ursache von Belastungsasthma.

Die durch das Belastungsasthma entstandene erhöhte Gefäßdurchlässigkeit und Schädigung des Lungenepithels (der inneren Deckschicht des Lungengewebes) wird durch die Therapie mit Beta-Sympathomimetika nicht behandelt. Dazu ist eine Basistherapie erforderlich, die eine dauerhafte Kontrolle des entzündlichen Geschehens in der Lunge bei Belastungsasthma ermöglicht. Dazu werden vorwiegend inhalative Steroide und der Leukotrienantagonist (Gegenspieler des Leukotriens) Montelukast verabreicht. Eine weitere Möglichkeit der Therapie von Belastungsasthma ist es, den Wirkstoff Cromoglicinsäure einzusetzen. Er bewirkt eine Herabsetzung der Empfindlichkeit von Mastzellen in der Bronchialschleimhaut, sodass diese weniger Histamin und Leukotriene freisetzen. Dadurch wird die Entzündungsreaktion minimiert. Cromoglicinsäure wird jedoch nur noch selten eingesetzt.

Beim Belastungsasthma sind es speziell die Beta-Sympathomimetika, die sowohl beim akuten, durch die körperliche Anstrengung induzierten Asthmaanfall als auch vorbeugend vor der Belastung zur Therapie eingesetzt werden. Dabei wird in beiden Fällen auf kurz wirksame Formen zurückgegriffen. Für Menschen mit Belastungsasthma gilt generell, dass den Bronchien nicht zu viel Zeit gelassen werden sollte, sich an die Belastung zu gewöhnen. Genau diese Gewöhnung ist allerdings auf der anderen Seite das Mittel, Asthmaanfälle im Ernstfall zu verhindern. Eine kontinuierliche Aufwärmphase vor einer starken Belastung hat günstige Auswirkungen auf die Lungenfunktion und mindert das Risiko eines belastungsinduzierten Asthmaanfalls, wie er beim Belastungsasthma auftreten kann.

Lydia Köper

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Für Betroffene von Belastungsasthma ist das Vorliegen der Erkrankung kein Ausschluss für das Ausüben von Sport. Es kann in manchen Fällen sogar helfen, dem weiteren Fortschreiten des Asthmas entgegenzuwirken. Wichtig ist dabei, dass die Betroffenen eine ausreichend lange Aufwärmzeit einplanen, um die Lunge auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten. Außerdem sollten nur Sportarten ausgeübt werden, die für Belastungsasthmatiker geeignet sind. Dafür bietet sich vor allem das Schwimmen an, wohingegen man von Laufen und Skifahren eher absehen sollte. Zur Vorbeugung von Asthmaanfällen können sog. lang wirkende Dosieraerosole inhaliert werden.

Diagnose Belastungsasthma

Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt, bei dem der Patient seine Symptome beschreibt, folgt eine körperliche Untersuchung zur Diagnose. Dabei hört der Arzt die Atemwege des Betroffenen auf spezielle, für Asthma bronchiale typische Lungengeräusche ab. Diagnostiziert der Arzt Asthma, wird er den Patienten nach dem Auftreten der Symptome befragen, um herauszufinden, ob es sich um Belastungsasthma handelt. Mithilfe eines Peak-Flow-Meters kann der Luftstrom gemessen werden, der aus der Lunge austritt. Um ein Belastungsasthma zu bestimmen, wird der Ausatemstrom kurz vor und nach einer körperlichen Anstrengung gemessen. Auch ein Belastungstest kann Klarheit über eine mögliche Erkrankung bringen.

Da es sich beim Belastungsasthma um eine Unterform des Asthmas handelt, müssen bei der Entstehung auch die Faktoren, die zu einem Asthma bronchiale führen, berücksichtig werden. Diese Auslöser können u. a. bestimmte Allergene oder Infekte sein. Beim Belastungsasthma führt dann vor allem körperliche Belastung zu einem Asthmaanfall. Ein Grund dafür ist die Austrocknung der Atemwege bei sportlicher Aktivität. Betroffene sollten allerdings weiterhin in einem auf das Belastungsasthma abgestimmten Maße Sport treiben, da sich die Erkrankung andernfalls verschlimmern kann. Forscher vermuten heutzutage einen Zusammenhang zwischen der Schweißproduktion bei Anstrengung und dem Vorkommen eines Belastungsasthmas.